Ludwig Erhard
Ludwig Erhard wurde am 4. Februar 1897 in Fürth geboren. Von 1928 bis 1942 wissenschaftlicher Assistent und stellvertretender Leiter des Instituts für Wirtschaftsbeobachtung in Nürnberg, arbeitete er in den folgenden Jahren als Leiter eines Industrieforschungsinstituts an Plänen zur Bewältigung der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Nachkriegsprobleme. Während der Zeit des dritten Reiches stand er in enger Verbindung mit Carl Goerdeler, dem Haupt der deutschen Widerstandsbewegung. Von 1945 bis 1946 war er bayrischer Minister für Handel und Gewerbe und von 1948 bis 1949 Direktor für Verwaltung und Wirtschaft des Vereinigten Wirtschaftsgebietes in Frankfurt am Main. Die nach Plänen der Besatzungsmächte am 20./21. Juni 1948 durchgeführte Währungsreform verband er, ohne Einwilligung der Alliierten, mit einer Wirtschaftsreform (Ende der Bewirtschaftung und Aufhebung der Preiskontrollen in vielen Bereichen und schuf damit eine wesentliche Voraussetzung für die schnelle Wiederbelebung der westdeutschen Wirtschaft nach dem Kriege. Am 20. September 1949 zum Bundeswirtschaftsminister ernannt, trat er entschieden für die Soziale Marktwirtschaft ein, für die Verbindung liberaler und sozialer Elemente kennzeichnend ist: Privateigentum an Produktionsmitteln statt Sozialisierung, Regulativ des Marktes durch den Mechanismus von Angebot und Nachfrage statt planwirtschaftlicher Verfügung über Investition, Produkte und Konsum. Aber auch: Gewährleistung einer Ordnung des freien Wettbewerbs durch das Verbot von Wettbewerbsbeschränkungen durch Kartelle und Monopole, staatliches Regulativ zum Ausgleich sozialer Ungerechtigkeiten. Soziale Marktwirtschaft ist ohne konstruktive Gesellschaftspolitik nicht denkbar. Seit dem wirtschaftspolitischen Aufschwung der Bundesrepublik Deutschland gilt Professor Ludwig Erhard weltweit als Vater des deutschen Wirtschaftswunders. Vom 16. Oktober 1963 bis zum 01. Dezember 1966 war Professor Erhard Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. In- und ausländische Universitäten verliehen ihm 23mal die Würde des Ehrendoktors. Er starb am 5. Mai 1977.
Seine bedeutsamsten Schriften sind:

"Kriegsfinanzierung und Schuldenkonsolidierung - Denkschrift 1943/44"
"Deutschlands Rückkehr zum Weltmarkt" (1953)"
"Wohlstand für alle" (1957)
"Deutsche Wirtschaftspolitik" (1962)