Reanimation kann jeder – und jede Minute zählt
Die Schulung hatte ein klares Ziel: Möglichst viele junge Menschen sollen in die Lage versetzt werden, im Notfall schnell und richtig zu handeln. Denn bei einem plötzlichen Herz-Kreislauf-Stillstand sinkt die Überlebenschance pro Minute ohne Hilfe um etwa 10 Prozent. Deshalb kommt es gerade in den ersten Minuten auf das Handeln von Laien an – noch bevor der Rettungsdienst eintrifft.
Die drei einfachen, aber lebenswichtigen Schritte der Reanimation wurden intensiv besprochen und praktisch geübt:
- Prüfen: Reagiert die betroffene Person nicht auf Ansprache oder Berührung, und zeigt sie keine normale Atmung, ist von einem Herzstillstand auszugehen.
- Rufen: Der Notruf 112 muss sofort verständigt werden. Niemand muss hier perfekt sein – die Leitstelle hilft am Telefon weiter und gibt klare Anweisungen.
- Drücken: Mit der Herzdruckmassage muss sofort begonnen werden – kräftig und schnell, bis professionelle Hilfe eintrifft. Der vorhandene Sauerstoff im Blut muss weiter zirkulieren, um das Gehirn zu versorgen. Wichtig: Man kann nichts falsch machen – außer nichts zu tun.
Die Schülerinnen und Schüler durchliefen verschiedene Übungsszenarien in kleinen Gruppen. Dabei wurde nicht nur die Herzdruckmassage trainiert, sondern auch das Verhalten im Team, das Absetzen des Notrufs sowie das Einschätzen von Notfallsituationen. Eine Gruppe simulierte sogar gezielt eine Ablenkung im Umfeld, um das richtige Verhalten auch unter erschwerten Bedingungen zu üben. Die Rückmeldungen waren sehr positiv: Viele Schülerinnen und Schüler waren dankbar, sich diesem wichtigen Thema in einem praxisnahen Rahmen nähern zu können. Die Übungsleiter zeigten sich erfreut über das hohe Engagement und Interesse der Gruppen.
Die Aktion wurde vom Kreis Paderborn initiiert und zentral koordiniert durch Frau Lumpp und Frau Gün vom Gesundheitsamt. Für das LEBK übernahm Herr Claus Wilke die Organisation. Er ist Mitglied der erweiterten Schulleitung und zuständig für den Bereich Sport und Gesundheitsförderung. Die Schulung selbst wurde durch erfahrene Trainerinnen und Trainer aus verschiedenen Institutionen durchgeführt. (St. Vincenz-Kliniken, Christliches Klinikum Paderborn, Feuerwehr Paderborn, DLRG, Bezirksregierung Detmold)
Am Montag, 23. September, fand die offizielle Auftaktveranstaltung an der Kreissporthalle statt. Landrat Christoph Rüther begrüßte gemeinsam mit den Schulleitungen der beteiligten Berufskollegs – dem Helene-Weber-Berufskolleg (HWBK), dem Richard-von-Weizsäcker-Berufskolleg (RvWBK) und dem LEBK – die Teilnehmenden und Unterstützer dieser Aktion. Neben zahlreichen engagierten Helfern waren auch Vertreterinnen und Vertreter der beteiligten Kliniken, der Bezirksregierung, des Gesundheitsamts sowie des Ahorn-Sportparks anwesend.
Mit über 300 teilnehmenden Schülerinnen und Schülern, von insgesamt über 480, stellte das LEBK die größte Gruppe unter den drei beteiligten Berufskollegs. Unsere Schulungen fanden am Dienstag ganztägig (1.–8. Stunde) sowie am Mittwochvormittag (1.–4. Stunde) statt. Alle Teilnehmenden erhalten in den kommenden Tagen ein persönliches Zertifikat über ihre Teilnahme – herzlichen Glückwunsch!
Das Ludwig-Erhard-Berufskolleg plant, das Thema Reanimation langfristig im Curriculum zu verankern. Ziel ist es, möglichst alle Schülerinnen und Schüler während ihrer Schulzeit im Bereich der Laienreanimation zu schulen – denn:
Leben retten kann jeder. Man muss nur wissen, wie.






