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Verabschiedung von August Barkhausen

Am 28. Januar wehte ein spürbarer Hauch von Wehmut durch das Forum des Ludwig-Erhard-Berufskollegs: August Barkhausen trat nach über 30 Jahren im Dienst in den Ruhestand – ein Einschnitt, den er selbst mit gewohntem Schmunzeln und einer Prise physikalischen Fachjargons kommentierte.

Dass er offiziell eigentlich als Dieter August geführt wird, sorgte in seiner Abschiedsrede für Heiterkeit. Ein bürokratisches Rätsel, das er augenzwinkernd unter dem Begriff des „Dualismus“ zusammenfasste. Für uns am LEBK blieb er jedoch stets schlicht August – der Kollege, der Mathematik und Physik mit fachlicher Klarheit, unerschütterlicher Geduld und gelegentlichen Star-Trek-Analogien vermittelte. Seine pointierten Bemerkungen waren so treffsicher, dass sie regelmäßig als „Lehrerzitate“ Eingang in Abiturzeitungen fanden – ein inoffizielles Qualitätssiegel.

Als Mathematiker und Physiker aus Überzeugung unterrichtete er insbesondere im Wirtschaftsgymnasium und in der Höheren Handelsschule. Generationen von Schülerinnen und Schülern begleitete er mit ruhiger Konsequenz und einem klaren Anspruch: verständlich erklären, solide Grundlagen schaffen, niemanden zurücklassen.

Sein Wirken ging jedoch weit über das Klassenzimmer hinaus. August war Chronist des Schullebens. Mit der Kamera dokumentierte er über Jahrzehnte hinweg Veranstaltungen, Projekte und besondere Momente. Das von ihm aufgebaute Fotoarchiv ist ein unschätzbarer Schatz und bewahrt ein lebendiges Stück Schulgeschichte. Viele Bilder, die bei Ehemaligentreffen oder Jubiläen gezeigt werden, sind seinem wachsamen Blick zu verdanken. 
Ebenso verlässlich war er im First-Level-Support. Wenn Technik eigene Wege ging, begann für ihn ruhig und sachlich die Problemanalyse. Geduld, Sachverstand und Gelassenheit machten ihn zu einer festen Größe im Schulalltag.

Ein besonderes Herzensprojekt war die Verkehrserziehung. Aus einer frühen Zusammenarbeit mit der Polizei entwickelte sich ein nachhaltiges Konzept, das im CrashKurs NRW und den etablierten Verkehrssicherheitstagen seinen festen Platz fand – praxisnah, eindringlich und von bleibender Wirkung.

Wer August begegnete, wusste zudem: Aus einem kurzen „Hallo“ entstand nicht selten ein ausführliches Gespräch. Pausenzeiten erwiesen sich dabei gelegentlich als dehnbar. Ob es um die perfekte Brotkruste, die Feinheiten des Bogenschießens oder Neuigkeiten aus dem Schulalltag ging – seine Gesprächsfreude war Ausdruck echten Interesses am Gegenüber. Schule bedeutete für ihn immer auch Begegnung. Seine Abschiedsrede griff diesen Gedanken noch einmal auf: miteinander sprechen, nicht übereinander.

Im Anschluss an die offizielle Verabschiedungsfeier lud August alle Gäste auf Bratwurst und einen Umtrunk ein – ein stimmiger Ausklang mit guten Gesprächen, Lachen und persönlichen Worten. 

Für die kommende Zeit stehen zunächst Ruhe und Entschleunigung auf dem Plan. Danach warten Projekte wie das Digitalisieren alter Dias, das Planen einer neuen Küche, ausgedehnte Backexperimente, Musik, Bücher, Fahrradfahren und das Bogenschießen. Vor allem aber gewinnt die Familie nun zusätzliche Zeit.

Lieber August, für diesen neuen Lebensabschnitt wünschen wir dir und deiner Familie Gesundheit, Freude und viele erfüllte Tage. Beim nächsten Pensionärstreffen bist du nicht mehr „Ehrenpensionär“, sondern ganz offiziell dabei.
Und da wir wissen, dass ein echter Star-Trek-Fan niemals ohne den passenden Gruß in fremde Galaxien aufbricht, rufen wir dir zum Abschied zu: Qapla', August – viel Erfolg und alles Gute auf deiner neuen Reise!

Bis zum Wiedersehen und von Herzen danke.